DJV kritisiert Anklage

Scheint konstruiert

18. Nov. 2009 – Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat die Staatsanwaltschaft Magdeburg wegen der Anklage gegen Journalisten kritisiert, die die Zerstörung eines Genweizen-Feldes unterstützt haben sollen. «Das halte ich für konstruiert», sagte DJV-Landeschef Uwe Gajowski.
Den Journalisten wird vorgeworfen, bei der Aktion im April 2008 in Gatersleben mit Kameras für die Beleuchtung gesorgt zu haben. Vier Journalisten und sechs Gentechnik-Gegner werden wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch angeklagt. «Die einen haben die Pflanzen beschädigt, die anderen waren dabei und haben arbeitsteilig gehandelt», sagte Behördensprecher Uwe Hornburg.
Mittäterschaft oder Beihilfe, wenn Journalisten ihrer Arbeit nachgehen und für die Bevölkerung über ein heikles Thema Bericht erstatten ?
Der DJV wird, falls es tatsächlich zu einer Strafverhandlung kommen sollte, selbstverständlich vor Ort sein. Noch hat das Amtsgericht Aschersleben nicht entschieden, ob ein Verfahren eröffnet wird. Nicht alles, was ein eifriger Staatsanwalt zur Anklage bringt, führt auch zur Eröffnung eines Verfahrens. Richterinnen und Richter der Strafgerichte sortieren vorab aus, wo keine Straftat erkennbar ist.