Preis „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien"

Engagierte Berichterstattung


Die Preisträger (v.l.) Alexander Schierholz von der MZ, Andreas Speit von der TAZ Nord, Anne Kathrin Thüringer und Matthias Deiß von der ARD. Foto: Stedtler
17. Mär. 2012 – Alexander Schierholz (42), Redakteur bei der Mitteldeutschen Zeitung in Halle (Saale), und das Fernsehautoren-Team Matthias Deiß (33), Eva Müller (32) und Anne Kathrin Thüringer (33) sind Preisträger des Medienpreises „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“, der zum dritten Mal ausgelobt wird. Daneben hat sich die Jury entschieden, einen Sonderpreis zu vergeben. Er geht an den Journalisten Andreas Speit (45), der in der „tageszeitung“ im siebten Jahr regelmäßig die Kolumne „Rechter Rand“ veröffentlicht – ursprünglich begonnen als Reaktion auf den Einzug der NPD in den sächsischen Landtag.

Der Medienpreis „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“ ist mit insgesamt 4.000 Euro dotiert und war nach 2008 und 2010 zum dritten Mal ausgeschrieben – gemeinsam ausgelobt vom Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt und dem Deutschen Journalistenverband, Landesverband Sachsen-Anhalt. Mehr als 70 Beiträge gingen ein.

Die Preisträger wurden im Rahmen der Gala „TON ANGEBEN. Gegen rechte Gewalt“ im Schauspielhaus Magdeburg ausgezeichnet, zu der die Landeszentrale für politische Bildung, das Justizministerium und das Theater Magdeburg gemeinsam eingeladen haben.

„Journalisten dürfen nicht abseits stehen, wenn es gilt, Angriffe von rechts auf die Demokratie abzuwehren. Daher wollten wir Kolleginnen und Kollegen ermuntern, sich mit journalistisch herausragenden Beiträgen um den Preis zu bewerben“, sagt Uwe Gajowski, Vorsitzender des DJV-Landesverbands Sachsen-Anhalt. Justizministerin Professor Angela Kolb: „Wir zeichnen Journalisten aus, die sich engagiert mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzen und damit zu einer wichtigen Debatte in der Gesellschaft beitragen.“

Die Preisträger des Journalistenpreises „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien 2012“ sind:

Kategorie Print (1.500 Euro):
Alexander Schierholz für den Beitrag „Das Vermächtnis“, erschienen in: „Mitteldeutsche Zeitung“, 19. Mai 2010, Seite 3

Ein Jugendlicher israelischer Herkunft wird in Laucha als „Judenschwein“ beschimpft und geschlagen. Sein Großvater war nur knapp dem Holocaust entkommen. Schierholz, der sich immer wieder mit dem Thema Rechtsextremismus beschäftigt, beschreibt hier die Geschichte eines Überfalls und einer Familie.

Kategorie Fernseh-/Hörfunk (1.500 Euro):
Matthias Deiß (rbb), Eva Müller (WDR), Anne Kathrin Thüringer (NDR) für den Film „Acht Türken, ein Grieche und eine Polizistin“. Der Film wurde erstmals am 12. Dezember 2011 um 22.45 Uhr in der ARD gesendet und entstand in Koproduktion zwischen rbb, WDR und NDR.
Die Nachrichten über die Morde der rechtsterroristischen Terrorzelle schockieren die Menschen. Die Dokumentation fragt: Wer waren die Opfer? Was wissen wir über sie? Der Film fahndet nicht nach den Tätern, sondern gibt den Opfern einen Namen und erzählt ihre Geschichte und die ihrer Angehörigen.

Sonderpreis (1.000 Euro):
Andreas Speit für die bereits im siebten Jahr in der „tageszeitung“ erscheinende wöchentliche Kolumne „Rechter Rand“.

Andreas Speit schreibt über rechtsextreme Parteien und Subkulturen, über Gewalt in der Szene, über Auseinandersetzungen vor Ort, über Bürgerinitiativen, Schulen, Vereine. Er ist ein außergewöhnlich gut informierter „Langstreckenläufer“ in der Berichterstattung über Rechtsextremismus. Die Intention der taz-Redaktion war und ist, nicht bloß anlassbezogen über Rechtsextremismus zu berichten, sondern das Thema regelmäßig aufzugreifen.