Pressemitteilungen

11. April 2019

BKA-Chef

Kritik weitgehend unberechtigt

Der Deutsche Journalisten-Verband weist die Kritik von Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, an der Berichterstattung der Medien über Gewaltdelikte als „weitgehend unberechtigt“ zurück.

Im Interview mit der „Zeit“ vom heutigen Donnerstag sprach Münch davon, dass „die Berichterstattung in den Medien und der Austausch in den sozialen Netzwerken“ die Wahrnehmung von Kriminalität verzerrten. Die Furcht, selbst Opfer eines Verbrechens zu werden, werde so gesteigert. „Richtig ist sicherlich, dass Sensationsberichterstattung bei Lesern und Zuschauern nicht zu Besonnenheit führt“, räumt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall ein. „Aber das ist zum Glück nicht die vorherrschende Art der Berichterstattung aller Medien.“ Diesen Eindruck jedoch vermittle der BKA-Chef im „Zeit“-Interview.

 

Deutlich widerspricht Überall dem BKA-Präsidenten im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Münch behauptete, die Angst vor Terroranschlägen sei wegen der Berichterstattung über den Berliner Anschlag deutlich gestiegen. „Über den ersten islamistischen Anschlag auf deutschem Boden können Journalistinnen und Journalisten nicht im Stil eines kriminalwissenschaftlichen Proseminars berichten“, entgegnet der DJV-Vorsitzende. Grenzüberschreitungen habe es in Einzelfällen gegeben, „aber das ist nicht geeignet für eine pauschale Medienkritik“.

 

Einig sei er sich mit dem BKA-Chef darin, dass den Journalisten eine große Verantwortung in der Berichterstattung über Gewaltverbrechen zukomme. „Dieser Verantwortung sind wir Journalisten uns sehr bewusst – auch ohne mahnende Worte von Deutschlands höchstem Polizisten.“

 

 

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Hendrik Zörner

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