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Pressemitteilungen

16. Januar 2020

Mitteldeutschen Zeitung an Bauer Media Group

Schwarzer Tag für Medienvielfalt in Sachsen-Anhalt

„Dies ist ein schwarzer Tag für die Medienvielfalt in Sachsen-Anhalt. Es lässt sich an diesem Eigentümerwechsel nichts erkennen, was für die Belegschaft und für die Leserinnen und Leser in unserem Bundesland von Vorteil sein könnte“, wertet Uwe Gajowski, Vorsitzender des DJV Sachsen-Anhalt, den Verkauf der Mitteldeutschen Zeitung an die Bauer Media Group. Künftig beherrscht ein Verlag die Tageszeitungslandschaft in Sachsen-Anhalt, denn neben der Mitteldeutschen Zeitung und der Magdeburger Volksstimme – die schon zur Bauer Media Group gehört – erscheint nur noch die Altmark-Zeitung.

Am 15.Januar 2020 wurden die 1.100 MZ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Halle vom Alteigentümer, dem DuMont-Verlag, an die Bauer Media Group informiert.

DJV Sachsen-Anhalt fordert vom neuen Eigentümer der MZ, zu seiner verlegerischen Verantwortung zu stehen. Dazu gehört der Erhalt der journalistischen Arbeitsplätze nicht nur bei der Mitteldeutschen Zeitung selbst, sondern auch bei den zum Unternehmen  zugehörigen Anzeigenblättern „Wochenspiegel“, „Super-Sonntag“ und dem Sender „TV-Halle“.

„Es ist nun zu erwarten und auch zu befürchten, dass die Mediengruppe Bauer nach Synergieeffekten suchen wird. Wir befürchten bei der Mitteldeutschen Zeitung einen Stellenabbau, etwa im Mantelressort. Warum sollte sich Bauer auch zwei Politikredaktionen, zwei Wirtschaftsredaktionen in einem Bundesland etc. leisten, wenn es doch auch mit einer geht“, formuliert Gajowski die Bedenken und Befürchtungen. Der den Mitarbeitern heute gegebenen Versicherung, dass „sämtliche vertraglichen Vereinbarungen bestehen bleiben“ traut der DJV Sachsen-Anhalt nicht.

Das Verhalten des Medienhauses Bauer in Magdeburg in der Vergangenheit gibt wenig Hoffnung für die zukünftige Entwicklung. Beim Magdeburger Zeitungshaus wurde nach der Übernahme durch Bauer in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts kräftig gespart, natürlich zu Lasten der Mitarbeiter. Nach dem Erwerb der Volksstimme in der Wendezeit hebelte der neue Eigentümer z.B. die betriebliche Mitbestimmung durch die Ausgründung in mehrere Dutzend Unternehmen aus. Einen Betriebsrat gibt es seitdem nicht mehr. Die „Volksstimme“ der Gegenwart wird von mehr als 40 Einzelunternehmen produziert. Viele Mitarbeiter verloren zudem ihren Job.